Geschichte des Hauses

Die Malteser Komturei in Herrenstrunden

1270 oder 1290 gründeten die Johanniter einen ihrer Hauptsitze des Malteser Ordens, die Komturei (Verwaltungssitz) in Herrenstrunden (abgeleitet von Herren der Strunde)

1290 wird die Komturei erstmalig erwähnt

1328 wurde aus der Komturei eine Ballei (Provinz eines Ritterordens)

Im 14. Jahrhundert galt die Komturei in Herrenstrunden als die zweitgrößte in Deutschland

1530 benannten sich die Johanniter zu „Malteser“ um

1684 wurde die Malteser Komturei im Barockstil wieder aufgebaut

1802 verloren die Johanniter ihren Besitz, die Malteser Komturei, durch die Trennung von Kirche und Staat

1806 übernahm der preußische Staat die Malteser Komturei in Herrenstrunden

1821 verfiel die Malteser Komturei, so dass es Überlegungen gab, mit dem Baumaterial des Gebäudes die benachbarte Kirche zu reparieren, was aber nicht geschah.

1945 brach in der Räucherkammer der Malteser Komturei ein Brand aus, der das Gebäude bis auf die Außenmauern zerstörte

1950 wurde die Malteser Komturei durch ihren privaten Eigentümer wieder aufgebaut

Heute ist die Malteser Komturei ein Restaurant und Hotel.

Italienische Kaufleute gründeten 1084 in Jerusalem ein Hospital zur Aufnahme christlicher Pilger. Nach der Eroberung Jerusalems entstand daraus ein Orden, der sich unter den Schutz des hl. Johannes des Täufers stellte, der Johanniter-Orden. 1522 schenkte Kaiser Karl V. dem Orden die Insel Malta (Malteser-Orden). Nur 50 Jahre nach der Stiftung des „Hospitalordens vom hl. Johannes" sind Ordensbrüder im Rheinland zu finden, zuerst in Duisburg. Es folgen Gründungen in Walsum, Wesel, Deutz und Köln. Im Bergischen Land war Burg an der Wupper die erste Niederlassung. Deren Bedeutung trat später dann hinter die von Herrenstrunden zurück, das im 14. Jahrhundert die Führung des Ordens am Niederrhein übernahm.

Schon vor 1224 wird dem Hospital des heiligen Johannes die Kirche zu Herkenrath übertragen. Anscheinend ist der Orden schon zu diesem Zeitpunkt in Herkenrath vertreten. Er suchte von dort eine neue Ansiedlungsmöglichkeit, die er im geschützten Tal der Strunde in der Nähe von deren Quelle fand. Genaues über den Gründungszeitpunkt der Herrenstrundener Kommende ist nicht bekannt; aber schon 1270 wird die „Übertragung einer Rente an die Johanniter zu Herrenstrunden" erwähnt. Und 1328 ist „Herrenstrunden Ordensballei und damit Mittelpunkt eines größeren Verwaltungsbezirkes". In der Folge wurden zahlreiche, teils weit verstreut liegende Besitzungen, Güter und Ländereien erworben. 1806 wurden die Kommende und ihre Güter vom Staat übernommen.

Das gegenüber der Kirche gelegene Komturhaus, ein stattlicher Steinbau, ist wohl  - wie die benachbarte Kapelle - dem 16. Jahrhundert zuzurechnen. Das von zwei Säulen flankierte Barockportal trät auf dem Türsturz die Jahreszahl 1684 und die Initialen J.C.P. Das vorkragende hohe Satteldach hat zwei Reihen von Dachfenstern.

Die Komturei war rings von Wasser umgeben, dem Hausweiher, der einen wirksamen Schutz gegen feindliche Überfälle darstellte. Vom Komtureihaus führte eine Brücke zur Kapelle, eine anderen zu den Wirtschaftsgebäuden.

Heute ist die Komturei in Privatbesitz. Der Eigentümer setzt das bisherige Konzept „Hotel, Restaurant, Reiterhof" fort. Die schadhafte Dachdenkung wurde im Sommer 2005 entsprechend den denkmalpflegerischen Vorgaben mit Schiefer vollständig erneuert. Das Gebäude präsentiert sich in hervorragender Optik und wurde im Herbst 2006 neu eröffnet.

Seit Mai 2010 werden Restaurant und Hotel von der Malteser Komturei Gastronomie GmbH unter der Geschäftsführung von Davide Leone betrieben. 

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